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Mädesüß
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Heilkraut

Mädesüß

Filipendula ulmaria

Über die Pflanze

Mädesüß wächst in Luxemburg häufig an Bachufern, auf Feuchtwiesen und in Gräben, besonders im Müllerthal und entlang der Flüsse. Die Pflanze erreicht 50-200 cm Höhe und trägt cremeweiße bis gelbliche Blütenrispen, die intensiv süßlich-mandelartig duften. Die dunkelgrünen Blätter sind unterseits weißfilzig und gefiedert mit größerem Endblättchen. Der aufrechte, rötliche Stengel ist kantig und unverzweigt bis zur Blütenregion. Alle Pflanzenteile verströmen beim Zerreiben einen charakteristischen Geruch nach Salicylsäure.

Wichtiger Hinweis

Bei Salicylat-Überempfindlichkeit (Aspirinallergie) meiden. Nicht in der Schwangerschaft und bei Asthma anwenden. Langfristig hochdosiert kann es Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Kinder unter 12 Jahren sollten auf Mädesüß verzichten.

Inhaltsstoffe

Salicylsäureverbindungen (Salicin, Spiraein), Flavonoide (Quercetin, Kämpferol), Gerbstoffe, ätherisches Öl (Salicylaldehyd), Vitamin C, Kieselsäure

Standort

Feuchte Wiesen, Bachränder, Gräben, Auwälder, nasse Waldlichtungen; bevorzugt nährstoffreiche, feuchte bis nasse Böden

Verwendung

Blüten und Blätter für Tee bei Erkältung, Fieber, Kopfschmerzen und rheumatischen Beschwerden. Blüten als Aromazutat für Sirup, Likör, Marmelade oder Desserts. Junge Blätter in kleinen Mengen für Salate. Traditionell zur Herstellung von Met und als Würzkraut.

Verwechslungen

Verwechslung mit anderen Filipendula-Arten oder Wiesenknöterich möglich, aber ungefährlich. Echtes Mädesüß erkennt man am süßen Duft, den weißfilzigen Blattunterseiten und den cremefarbenen Blütenrispen.

Historischer Hintergrund

Mädesüß zählt zu den heiligsten Pflanzen der Kelten und Druiden und wurde zum Aromatisieren von Met verwendet. Der Name bezieht sich auf die Verwendung zum Süßen von Met (Honigwein). Im Mittelalter war es als Streubierkraut beliebt, das auf Böden gestreut wurde, um Räume zu beduften. 1897 wurde aus Mädesüß erstmals Salicylsäure isoliert, woraus später Aspirin (Acetylsalicylsäure) entwickelt wurde – der lateinische Name Spiraea gab dem Medikament seinen Namen.

Galerie
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