Foto: Unbekannt · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia CommonsÜber die Pflanze
Die Große Klette ist eine bis zu 2 Meter hohe zweijährige Pflanze mit mächtigen, filzig behaarten Blättern und kugelförmigen, purpurroten Blütenköpfen. In Luxemburg wächst sie an Wegrändern, Schuttplätzen und Bachuferböschungen. Die hakenbesetzten Fruchtköpfe hafteten früher an Kleidung und Tierfell - sie inspirierten sogar die Erfindung des Klettverschlusses. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine fleischige, bis zu 50 cm lange Pfahlwurzel, die in der asiatischen Küche als Gobo-Wurzel geschätzt wird. Die Große Klette war früher in luxemburgischen Bauerngärten häufiger anzutreffen und spielte in der Volksmedizin eine wichtige Rolle bei Hautleiden und zur Blutreinigung.
Bei bekannter Korbblütler-Allergie vorsichtig sein. Große Mengen können bei empfindlichen Personen abführend wirken. Schwangere sollten auf medizinische Anwendungen verzichten.
Inulin, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Arctiopicrin, Polyacetylene, Mineralstoffe (Eisen, Kalium), Vitamin B-Komplex
Wegränder, Schuttplätze, Bachufer, Waldränder, nährstoffreiche Böden, oft in der Nähe menschlicher Siedlungen
Wurzeln im Herbst des ersten Jahres ernten, schälen und wie Schwarzwurzeln zubereiten oder roh in Salate raspeln. Junge Blattstiele im Frühjahr wie Spargel verwenden. Blätter äußerlich als kühlende Auflagen bei Insektenstichen und Hautirritationen. Wurzeltee traditionell bei Hauterkrankungen, zur Blutreinigung und Unterstützung der Leberfunktion.
Verwechslung möglich mit Filziger Klette (Arctium tomentosum) und Kleiner Klette (Arctium minus) - beide ebenfalls verwendbar. Junge Blätter könnten mit Rhabarber verwechselt werden, jedoch ungefährlich. Die charakteristischen Klettfrüchte sind eindeutiges Erkennungsmerkmal.
Die Große Klette war im Mittelalter eine hochgeschätzte Heilpflanze und gehörte zur Grundausstattung der Klostergärten. In der luxemburgischen Volksmedizin wurde die Wurzel als 'Blutreinigungsmittel' verwendet und bei Rheuma und Gicht eingesetzt. Der deutsche Name 'Klette' leitet sich vom althochdeutschen 'kletten' (anhaften) ab. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Klettenwurzel seit Jahrtausenden bekannt. Hildegard von Bingen empfahl sie bei Geschwüren und Hautausschlägen.
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